Ehrenamtliche Vormundschaften

in Troisdorf | Vormundschaft übernehmen – Hoffnung geben

Mehrere junge Menschen stehen etwas versetzt hintereinander und lächeln. Nur die erste Person, ein Mädchen, ist scharf fotografiert, die restlichen personen unscharf.
Mehrere junge Menschen stehen etwas versetzt hintereinander und lächeln. Nur die erste Person, ein Mädchen, ist scharf fotografiert, die restlichen personen unscharf.

Ein Kind in seiner Entwicklung begleiten, ihm bei Problemen zur Seite stehen und mit ihm für seinen Willen und seine Rechte einstehen? Das klingt nach einer interessanten Aufgabe für Sie? Dann werden Sie ehrenamtliche:r Vormund:in!

Als ehrenamtliche:r Vormund:in übernehmen Sie in Vertretung der Eltern die elterliche Sorge. Sie kümmern sich um die rechtlichen Angelegenheiten des Kindes oder Jugendlichen, sind Ansprechperson, unterstützen bei der Entwicklung einer stabilen und positiven Zukunftsperspektive und zeigen sich als verlässliche Größe auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben.

Was sind Ihre Aufgaben als ehrenamtlicher Vormund?

  • Klärung der schulischen und beruflichen Ausbildung
  • Wahrnehmung der Gesundheitsfürsorge und der Vermögenssorge
  • Das Stellen von Anträgen
  • Ansprechpartner zu sein

Sie benötigen keine bestimmte Ausbildung und müssen niemanden zu Hause aufnehmen.

Sie haben keine finanziellen Aufwendungen.

Mitbringen dürfen Sie Ihre Lebenserfahrung, die Bereitschaft, einen Teil Ihrer Freizeit einzusetzen, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Organisationstalent, Zuverlässigkeit und Offenheit.

Alles, was Sie an Fachwissen benötigen, bekommen Sie von uns in einer Schulung vor Beginn vermittelt.

Sie erfahren eine große Dankbarkeit und Anerkennung von den betreuten Kindern und ihren Familien. Sie lernen neue Menschen und Kulturen kennen. Mit Ihrem Engagement machen Sie einen Unterschied und leisten einen wertvollen Beitrag zum Wohl des Kindes, als auch in der Gesellschaft.

Bei all diesen Aufgaben stehen wir Ihnen selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite und begleiten Sie durch Ihre gesamte Vormundschaft.

Sie interessieren sich für ehrenamtliche Vormundschaften? Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen:

Kinder oder Jugendliche erhalten eine:n Vormund:in, wenn ihre Eltern nicht oder nicht mehr für sie sorgen können oder dürfen. Dann muss eine andere Person gefunden werden, die die elterliche Sorge für den jungen Menschen übernimmt. Diese Person wird dann „Vormund:in“ genannt, die Kinder und Jugendlichen, die eine:n Vormund:in haben nennt man „Mündel“. Die rechtliche Grundlage findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§1173-1808 BGB).

Ein:e Vormund:in wird für eine minderjährige Person eingesetzt. Eine rechtliche Betreuung hingegen kann für erwachsene Menschen installiert werden, wenn diese ihre rechtlichen Belange im Moment oder nicht mehr selbst vertreten können.

Eine Vormundschaft endet dann, wenn der junge Mensch volljährig wird. Die Länge der Vormundschaft kann also unterschiedlich lang sein. Wenn eine Vormundschaft für ein junges Kind übernommen würde, kann die Dauer der Vormundschaft natürlich länger sein, als wenn die Vormundschaft für einen jugendlichen Menschen übernommen würde, der in wenigen Jahren die Volljährigkeit erreicht.

Nein, das Mündel muss nicht bei der Person wohnen, die Vormund:in ist. Mündel können z.B. in einer Wohngruppe oder einer Pflegefamilie wohnen. Wenn jedoch Pflegeeltern die Vormundschaft für den jungen Menschen übernehmen, wohnt dieser entsprechend auch im Haushalt.

Die ehrenamtlichen Vormund:innen werden zum einen fachlich beraten und begleitet von der Koordination des Fachdienstes. Das heißt, dass alle Fragen zunächst mit der Koordination unseres Fachdienstes ehrenamtliche Vormundschaften besprochen werden können. Beraten werden die Vormund:innen außerdem vom Familiengericht, welches insbesondere rechtliche Fragen beantworten kann.

Zunächst einmal kann jede Person, die volljährig ist eine Vormundschaft für einen jungen Menschen übernehmen. Die Eignung wird von der Koordination unseres Fachdienstes geprüft. Formelle zu erfüllende Kriterien sind, dass ein erweitertes Führungszeugnis ohne Eintragungen vorhanden ist, eine stabile finanzielle Situation besteht und die Person insgesamt gefestigt im Leben steht. Darüber hinaus sollte die Person Freude an der Zusammenarbeit mit verschiedenen Helfenden (z.B. Wohngruppe, Jugendamt, Familiengericht) mitbringen, bereit sein an Schulungen teilzunehmen und sich mit anderen Vormund:innen auszutauschen.

Nach der Eignungsprüfung wird eine Beschreibung der Person an das Jugendamt Troisdorf weitergeleitet. Dort wird dann geschaut, ob es ein passendes Mündel zu der Person geben könnte. Anschließend bespricht die Koordination mit der Person, ob sie sich grundsätzlich die Übernahme eben jenes Mündels vorstellen kann. Wenn es eine Passung gibt, findet ein persönliches Kennenlernen zwischen möglicher vormundschaftsführender Person und Mündel statt. Wenn es auch hier eine Passung gibt, wird die Person beim Familiengericht als mögliche:r Vormund:in vorgeschlagen. Das Gericht entscheidet dann, ob auch aus deren Sicht eine Vormundschaft an die vorgeschlagene Person übertragen wird. Die Vormundschaft beginnt mit der sogenannten Bestellung durch das Gericht.

Der Zeitaufwand kann je nach Vormundschaft unterschiedlich ausfallen. Es sollten jedoch 5-10 Stunden im Monat eingeplant werden. Gerade zu Beginn und zum Ende einer Vormundschaft kann der Zeitaufwand höher ausfallen, weil die organisatorischen Aufgaben umfänglicher sein können.

Zunächst einmal hat die vormundschaftsführende Person rechtlich alle Aufgaben, die auch Eltern haben. Wichtig ist insbesondere, dass das Mündel in die Prozesse eingebunden wird und in angemessener Weise an Entscheidungen beteiligt wird. Die vormundschaftsführende Person fungiert als Sprachrohr für die Wünsche und Bedürfnisse seines Mündels.

Es kann eine Aufwandsentschädigung bei Gericht beantragt werden. Diese beträgt 450€ im Jahr.

Das Ehrenamt der Vormund:innen ist ein sehr verantwortungsvolles Ehrenamt. Daher sollte die Entscheidung dafür gründlich überlegt sein, da die jungen Menschen meist schon einige Beziehungsabbrüche in ihrem Leben erleben mussten und somit der vormundschaftsführenden Person in dieser Hinsicht eine besondere Aufgabe zukommt. Selbstverständlich können aber Umstände im Leben der ehrenamtlichen Person entstehen, die zuvor nicht abzusehen sind und eine Beendigung der Vormundschaft nötig machen, wie z.B. gesundheitliche Probleme. Wenn die Vormundschaft nicht weitergeführt werden kann, sollte das Gespräch mit der Koordination unseres Fachdienstes gesucht werden, um gemeinsam einen stimmigen Weg zu finden.

Infozeit Vormundschaften  – Dein Einstieg ins Ehrenamt

Du möchtest dich ehrenamtlich engagieren und mehr über unsere ehrenamtlichen Vormundschaften erfahren? Dann bist du herzlich eingeladen zu unserer Infozeit Vormundschaften – dem digitalen Infoabend für alle Interessierten!

📅 Jeden zweiten Montag im Monat | 🕖 19:00 – 20:00 Uhr | 💻 Online via Teams (keine App erforderlich)

Zugangsdaten:
🔗 Teams-Link | 🆔 Meeting-ID: 370 284 832 489 8 | 🔒 Passwort: 2Gv2JX7o

Verwandte Angebote

  • Eine Frau sitzt auf dem Sofa. Sie schaut zur Seite und sieht nachdenklich und verzweifelt aus.

    Allgemeine Sozialberatung

    In Notlagen helfen und vermitteln

  • Eine Frau hilft einer Jugendlichen bei den Hausaufgaben.

    Beruflich geführte Vormundschaften

    Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich nicht kümmern können, begleiten wir auf dem Weg bis zur Volljährigkeit

  • Hände ziehen Dokumente aus einer Reihe von Akten heraus.

    Berufliche Betreuungen

    Beruflich geführte Betreuungen

  • Eine junge Frau hält Papiere in der Hand und scheint einer älteren Dame etwas zu erklären.

    Betreuung durch Ehrenamtliche und Angehörige

    Hilfe, um Hilfe zu geben

  • Eine Frau im Profil. Sie schaut nachdenklich aus dem Fenster. Das Bild wirkt trostlos.

    Frau und Flucht

    Unterstützung für Frauen und Kinder

  • Eine Frau sitz im Zug und hat ihren Kopf an die Glasscheibe gelehnt. Sie sieht unglücklich aus.

    FrauenWohnen

    Netzwerk FrauenWohnen Rhein-Sieg